Die Kirche zu Oberweißbach

Unsere Kirche ist mit ihren 2000 Sitzplätzen die größte Dorfkirche Thüringens und wird liebevoll „Dom von Südthürin­gen“ genannt. Jede Kirche hat einen Bezug zu dem Ort, in dem sie steht, so auch unsere. Man erkennt sehr deutlich an der Ausstattung der Kirche den Einfluss des Olitätenhandels. Oberweißbach war der Hauptort für die Herstellung von Naturheilmitteln, was in der Bevölke­rung einen regen Handelsgeist entfachte. Die Idee zur Einrichtung unserer Kirche wurde vielleicht sogar von Olitätenhändlern, die in die Welt zogen, von außerhalb mitgebracht. So lag es auf der Hand, dass die Vorschläge zur Größe und Ausgestaltung der Kirche von den zu Wohlstand gelangten Arzneihändlern in die Tat umgesetzt wurden.

 

In unserer Kirche stehen sich verschiedene Stilepochen gegenüber. Die Emporen ziehen sich in drei Geschossen rings um die ganze Kirche. Sie ruhen auf toskanischen Pfeilern und Korbbögen aus Holz.

Die Kanzel ist der römischen Spätrenaissance nachempfunden und soll die größte ihrer Art in Europa sein, immerhin können auf ihr gleichzeitig zwölf erwachsene Personen stehen. Über dem Kanzelaltar ist das Wappen des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt zu sehen. Das Amt Oberweißbach gehörte bis in unser Jahrhundert zu diesem Fürstentum.

Ein Denkmal besonderer Art setzte sich der Orgelbaumeister Johann Daniel Schulze aus Milbitz. Seine für diese Kirche erbaute Orgel sollte zu seinem größten Instrument werden. Zu Recht wurde er auch der „Silbermann“ des kleinen Fürstentums genannt. Leider ist von der Orgel nicht mehr viel übrig geblieben, da das Instrument nicht nur dem Zahn der Zeit, son­dern auch dem ungewöhnlich feuchten Kirchenklima zum Opfer fiel. Die jetzige Orgel hat eine elektropneumatische Traktur und wurde 1991 nach zwanzigjähriger Bauzeit fertig gestellt.

Das älteste Überbleibsel aus der alten Kirche ist der Taufstein aus dem Jahre 1649. Er wurde zufällig im Bauschutt der abgerissenen Kirche gefunden und in die neue Kirche ge­bracht.

In unserer Kirche wurde der Begründer der Kindergärten, Friedrich Fröbel, getauft, dessen Vater als hiesiger Pfarrer die Kirche 1779 einweihte.

1994 begann man mit der Grundhaften Sanierung des gesamten Kirchenbaus, die im Wesentlichen im Jahre 2004 abgeschlossen werden konnte. Aus Anlaß des 225. Jubiläums wurde die Kirche auf den Namen „Hoffnungskirche“ geweiht.

Dienstag, 26. September 2017 erstellt von brainsolution.de anmelden